03.03.2013 – Das Amtsgericht Düsseldorf hat durch Beschluss vom 01.03.2013 das Insolvenzverfahren der WGF AG wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet.

Es wurde entsprechend dem Antrag von WGF AG die Durchführung der Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet. Das heißt, WGF AG bleibt in Abweichung vom Regelinsolvenzverfahren berechtigt, die Insolvenzmasse zu verwalten und über diese zu verfügen. Es gibt lediglich eine Aufsicht des sogenannten Sachwalters Rechtsanwalt Rattunde aus Düsseldorf. Ferner wurde ein vorläufiger Gläubigerausschuss eingesetzt.

Im Beschluss heißt es:

„Forderungen der Insolvenzgläubiger sind bis zum 26.04.2013 unter Beachtung des § 174 InsO beim Sachwalter anzumelden.

Die Gläubiger werden aufgefordert, dem Sachwalter unverzüglich mitzuteilen, welche Sicherungsrechte sie an beweglichen Sachen oder an Rechten der Schuldnerin in Anspruch nehmen. Der Gegenstand, an dem das Sicherungsrecht beansprucht wird, die Art und der Entstehungsgrund des Sicherungsrechts sowie die gesicherte Forderung sind zu bezeichnen. Wer diese Mitteilungen schuldhaft unterlässt oder verzögert, haftet für den daraus entstehenden Schaden (§ 28 Abs. 2 InsO).“

Ferner wird es eine Gläubigerversammlung am 22.05.2013 um 10.00 Uhr in Düsseldorf mit u.a. folgendem Inhalt:

- Prüfungstermin über die angemeldeten Forderungen
- Vorstellung des Insolvenzplans
- Abstimmung über den Insolvenzplan
- Abstimmung über den vorläufigen Sachwalter
- Abstimmung über den Gläubigerausschusses

Was müssen die Anleihegläubiger nun tun?

Die Forderungen sind nun bis zum 26.04.2013 anzumelden. Ferner ist eine Interessenvertretung auf der Gläubigerversammlung am 22.05.2013 in Düsseldorf sicherzustellen.

Die Anleihegläubiger sind diejenigen, die die Gesellschaft ganz überwiegend mit mehr als 80 % der zur Verfügung gestellten Mittel finanzieren. Das Gericht hatte so gut wie keine rechtliche Prüfung über den noch nicht bekannten Insolvenzplan vorzunehmen. Der Insolvenzplan kommt von WGF AG selbst.

Unsere Meinung zur Geschäftsführung der WGF AG ist äußerst skeptisch. Nicht ohne Grund ermittelt hat Staatsanwaltschaft gegen WGF AG wegen Insolvenzverschleppung Ermittlungen aufgenommen.

Die Anleihegläubiger sind nicht gut beraten, wenn sie sich auf die von der Presseabteilung der WGF AG zur Verfügung gestellten Informationen und Einschätzungen verlassen oder sich gar von WGF AG selbst bei der Gläubigerversammlung am 22.05.2013 vertreten lassen. Sie sind auch nicht gut beraten, wenn sie ihr Stimmrecht ihren Depotbanken überlassen, die das standardmäßig anbieten und dann regelmäßig den Beschlussvorschlägen der Emittentin in der Gläubigerversammlung folgen. Nun kommt es darauf an, dass Sie für eine Interessenvertretung Sorge tragen, die den Namen auch verdient.

Dringend sind die Interessen der Anleihegläubiger zu bündeln und nach den gesetzlichen Vorschriften des Insolvenzrechts und des Schuldverschreibungsgesetzes wirtschaftlich und rechtlich zu wahren. WGF AG ist derzeit zu bald 80 % durch die überwiegend an Privatanleger ausgegebenen Anleihen finanziert. Das heißt: In der Insolvenz der WGF AG geht es ganz wesentlich um die Interessen der Anleihegläubiger. Diese stehen im Mittelpunkt und müssen die Verwertung oder Sanierung wesentlich mitbestimmen.

Unsere Kanzlei vertritt im Falle der WGF AG und in weiteren Fällen, in denen Emittenten von Unternehmensanleihen ins Insolvenzverfahren mussten, jeweils mehrere hundert Anleger von (Hypotheken)-Anleihen und ist auf diese Problematiken spezialisiert.

Fordern Sie ein Angebot zu Ihrer anwaltlichen Betreuung im Insolvenzverfahren der WGF AG sowie zur Forderungsanmeldung an.


info@keitel-anwaelte.de

Rechtsanwalt Hans G. Keitel
Keitel & Keitel Rechtsanwälte
Decksteiner Straße 78
50935 Köln

Tel. 0221-4308830

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