Die weltweiten Finanzkrise und die anschließende konjunkturelle Krise bringt die Schwächen von Schiffsfonds schonungslos ans Licht. Die konjunkturelle Abschwächung führt unmittelbar zu Überkapazitäten am Markt. Containerschiffe liegen vielfach beschäftigungslos vor Anker. Die hohen Frachtraten aus den konjunkturellen Boomzeiten gehören der Vergangenheit an. Die Schiffsfonds mit den höchsten Belastungen mit sogenannten „weichen Kosten“ kamen als erste ins Trudeln. Fondsgesellschaften, die den Absatz ihrer Fonds nicht durch qualitativ gute Investitionskonzepte, sondern durch teure Vertriebsprovisionen an Vermittler beflügelt haben, kommen nun in Schwierigkeiten – sie sind einfach nicht mehr wettbewerbsfähig.
Die Schwächen der Anlageform in Form einer Beteiligung an einem geschlossenen Fonds zeigen sich nun unmittelbar. Der Anleger hat keine Chance zum Ausstieg; die Gesellschaft wird faktisch von einem dem Fondsinitiator nahestehenden Treuhänder kontrolliert, es drohen auch noch Nachschusspflichten, wenn Ausschüttungen in Verlustsituationen vorgenommen worden sind und zu Lasten des Kapitalkontos gingen – im „worst case“, ein Schrecken ohne Ende.

Sind die Anleger wirklich machtlos? Dies ist in vielen Fällen nicht so. Es gibt eine Vielzahl von Ansatzpunkten, insbesondere die den Fonds vermittelnde Bank oder den vermittelnden Finanzberater in Anspruch zu nehmen: Hierbei ist für die Anleger die jüngste Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zu den so genannten Kick-Back-Zahlungen hilfreich. Eindeutig muss eine Bank gegenüber dem Kunden offen legen, wenn Sie von der Fondsgesellschaft für die Vermittlung der Anlage eine Rückvergütung (so genannte Kick-Back-Zahlung) erhält. Aufgeklärt wurde aber über die erheblichen vereinnahmten Provisionen zumeist nicht oder nur unvollständig. Zuletzt hat der BGH hier mit Beschluss vom 20.01.2009 (Az.: XI ZR 510/07) ein klares Wort gesprochen.
Darüber hinaus haben die Banken wie auch die unabhängigen Anlagenberater bei jedem Anlagenberatungsgespräch nach ständiger Rechtsprechung weitere Pflichten, die einzuhalten sind: Die Beratung muss anlegergerecht sein und zu seinem Risikoprofil passen. Eine Beteiligung an einem Schiffsfonds ist aber der klassische Fall einer unternehmerischen Beteilung, die zu einem mit solchen Anlagen unerfahrenen Anleger, der seine konservative Haltung zu Geldanlagen zum Ausdruck gebracht hat, nicht passt.
Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung sind die Berater zudem verpflichtet, die Anleger im Rahmen der Anlageberatung umfassend über die Chancen und Risiken einer Kapitalanlage zu informieren. In der Beratung muss über das Totalverlustrisiko und eine Vielzahl von weiteren Risiken aufgeklärt werden. Der Fondsprospekt muss rechtzeitig übergeben werden. Zudem muss sich dann auch noch die Bank Fehler im Fondsprospekt entgegenhalten lassen. Im Prospekt werden über spezifischen Risiken der Investition häufig nicht aufgeklärt.
Eine erste Einschätzung, wie es um Ihren Fall bestellt ist und welche Vorgehensweise wir empfehlen, geben wir Ihnen telefonisch:
zuständig: Rechtsanwalt Hans G. Keitel
Keitel & Keitel Rechtsanwälte, Decksteiner Straße 78, 50935 Köln,
Telefon: 0221 – 430 88 30
E-Mail: info@keitel-anwaelte.de
Stand: 26.03.2010

Comments are closed.